Freitag, 29. Juli 2011

Was das Jahr so bringt?!

Team Brazil

Sveta bei der Raftausbildung
Das Frühjahr und der Winter  sind vorüber, der Sommer lässt manchmal mit aller Kraft die Sonne auf uns herab brennen. Das Jahr geht weiter und hat schon einige Erlebnisse mit sich gebracht. Im April, zu Saisonauftakt, musste ich gleich mal eine Schulterverletzung verkraften, die ich mir zur Saisoneröffnung in Lofer zugezogen hatte (nicht beim Bootfahren). Die Verletzung hat mich ganze fünf Wochen an das Flussufer verbannt. Es war für mich das erste Mal, dass ich wegen einer Verletzung nicht paddeln konnte. Es war eine Qual. Jedoch waren die Wasserstände durch den mangelnden Niederschlag im Winter nicht die besten, aber die drei bis vier Tage mit perfekten Pegeln haben schon gereicht, um Unruhe in mir zu erwecken. Ende Mai absolvierte Svetlana ihr Raftexamen in Wildalpen. Wie es der Zufall wollte war zur gleichen Zeit ein EURO-RAFTING-CUP. Da in einem brasilianischen Team zwei Teammitglieder fehlten konnten Bernard Ochaya (mehrfacher österreichischer Meister) und ich die Lücken füllen. Die war zugleich die  Härteprüfung für meine Schulter (ein zwicken hier und ein zwicken da, aber es ging)

Zum Glück war die Schulter zu Beginn von unserem Italienurlaub ausgeheilt. Es ging wiedermal zu den Teva-Games in Ivrea. Jedoch hatten wir dieses Jahr jede Menge Zeit mitgebracht. Der Plan war, zehn Tage lang zu paddeln, was das Zeug hält. Wir sind in die Aostaregion gefahren und haben uns die Paddlerhörner abgestoßen. Im Chiusellatal angekommen, trafen wir uns mit Daniel Herzig, Reiner Glanz, Robert Machacek und Lukas Seitner.
Nationalpark Gand Paradiso
Es regnete, der Pegel der Chiusella war „on the high side of good“.  Nach einer kurzen Lagebesprechung entschieden wir uns für eine Befahrung. Es war zugleich die Jungfernfahrt von meinem neuen Boot; den RIOT „Magnum“. In den ersten Katarakten spürten wir schon, dass die Chiusella kräftiger war als in den letzten Jahren. Wir arbeiteten uns von einer wuchtigen zur nächsten wuchtigeren Stelle vor. Die Schwierigkeiten waren definitiv um einen Grad schwerer als bei einem normalen Wasserstand. Nach harter Arbeit sind wir an der „King oft he Falls“-Sektion angekommen und konnten den hohen Wasserfall mit einer weichen Landung genießen. Jedoch parkte sich Daniel an der nächsten Stelle mit seinem Boot in ein Kehrwasser ohne Ausgang, wir mussten ihn über eine Felsklippe raus seilen. Nach der Bergeaktion war das Adrenalinkontingent aufgebraucht und ein sehr starkes Gewitter hatte begonnen. Wir beschlossen die Fahrt abzubrechen und am nächsten Tag fortzusetzen. Nach einer verregneten Nacht ist der Pegel der Chiusella um nochmal 30cm gestiegen und machte ein Fortsetzen unsrer Fahrt unmöglich. Wir holten unsere Boote, welche wir am Vortag am Flussufer liegen gelassen hatten, und fuhren in den Süden der Region und hofften auf fahrbare Wasserstände. Die Fahrt endete bei der Germanasca.
Die Germanasca hatte einen hohen jedoch fairen Pegel. Wir konnten die gesamte Strecke von der Straße aus besichtigen. Der Bach war teilweise verholzt und die Kehrwasser mussten sorgfältig gewählt werden. Nach einer kleinen Jause ging es aufs Wasser. Auch hier wurde uns noch in den ersten Katarakten klar, dass der kleine Bach ganz schöne Kraft entwickeln kann. Es war ein Traum, das Wildwasser war anspruchsvoll jedoch fair. Die Balance zwischen Anspannung und Entspannung war genau richtig und das neue Boot ist einfach ein Traum. Man kann es präzise fahren, booft jede Stufe und fährt durch oder über jede Walze. Ich kann mich voll und ganz darauf verlassen. Nach der Traumfahrt schlagen wir unsere Lager an der Soana auf. Jedoch war durch den anhaltenden Regen der Pegel viel zu hoch für eine Befahrung.

Wir suchten Bäche, die sonst zu wenig Wasser haben. Unsere Suche endete beim Orco. Der Orco wird normalerweise komplett abgeleitet und bietet nur nach extremen Niederschlägen fahrbares Wildwasser. Wenn er sein trockenes Flussbett mit Wasser füllen kann, ist er auf jeden Fall ein Bombenrun. Das Flussbett aus Bouldergestein bildete eine perfekte Spielwiese im WW4+. Wir konnten zwei Tage wundervolle Tage am Orco und im Nationalpark „Gran Paradiso“ verbringen.
Orco Boulderfun


Waterfallaction
after a sweet line

Die Pegel begannen wieder zu sinken. Jedoch standen jetzt die Teva-Extreme-Outdoorgames auf dem Programm und wir mussten zurück zur Chiusella. Zurück im Valle di Chiusella zeigte sich der Fluss wieder freundlicher und fahrbar. Wir stiegen sofort in unsere Boote, um einige Trainingsruns zu machen. Am Donnerstag waren die Spiele eröffnet. Die Rennen waren schweißtreibend und geladen mit Spannung. Leider konnte für Österreich nur ein Team an den Start gehen, da im zweiten Team ein Teilnehmer ausgefallen war. Das Team Austria 1 besetzt mit Daniel Herzig, Reiner Glanz und David Krismayr konnte den 6ten Platz belegen. Auch Russland konnte ein Team mit Igor Woskoboinikov, Kiriu Rogatschow und Svetlana Krismayr ins Rennen schicken. Das Rennwochenende war anstrengend und die Besten haben gewonnen.

Team Russia
Sveta on the race-course
Sveta on the night-sprint

fight between the best
David at the last slide of the race-course
 Wieder in Österreich angekommen, waren die Paddlerherzen wieder gut trainiert und wollten mehr. Jedoch sind die Wasserstände in diesem Jahr nicht sehr rosig. Die Alternative heißt Berggehen. Mit den Fotos könnt ihr mit uns, gedanklich, die Bergluft schnuppern.