Samstag, 19. November 2011

Following the summer part1. Annapurna trekking


27.September 2011 der Startschuss fuer unsere Weltreise ist gefallen. So wie es der Zufall will ist dies zugleich der World-Tourist-Day. Aufgeregt laden wir unser Gepaeck in und auf das Auto. Auf dem Weg zum Flughafen Muenchen ist das Grinsen der Kommunikationsweg Nummer 1. Gedanken schwieren durch den Kopf ob wir alles erledigt haben, was zu erledigen war, und was kommen wird. Es ist ein unbeschreibliches Gefuehl alles zurueck zu lassen. Es ist befreiend, je weiter wir uns von der Heimat entfernen desto leichter werden wir. Jeder weitere Schritt ,den wir in den naechsten eineinhalb Jahren machen, wird sich auf das Jetzt auswirken, wir werden uns keinerlei Gedanken ueber das Morgen  machen muessen ,denn Morgen kommt bestimmt.
In Kathmandu angekommen wurden wir mit Hektik, Freundlichkeit und Laerm begruesst. Es war ein Genuss, in eine andere Welt einzutauchen. Fernab von europaeischen Gepflogenheiten. Die Strassen sind voll mit Leuten, an jeder Ecke will dir jemand etwas verkaufen. Die Autos fahren im nepalischen Fahrstil an uns vorbei, der sich aus Hupen, Hupen und Hupen und nochmal Hupen zusammensetzt. Das Essen ist guenstig gut und (vielleicht) immer frisch zubereitet. Die einheimischen Gerichte wie Dal Phat (Reis mit Sachen), Mo Mo(Teigtaschen), Thukba(Suppe), Chowmain(Nudeln) … schmecken sensationell. Die Nepalis sind freundlich, offen und lustig.
Nach zwei Tagen in Kathmandu machten wir uns auf den Weg nach Pokhara. War allerdings nicht so einfach, wie wir uns das vorgestellt haben. Momentan ist Festivalzeit. Dies bedeutet, dass der Grossteil der Nepalis auf Reisen ist, um seine Familie zu besuchen und das Fest mit ihr zu feiern. Durch die Hilfe von Mailo, einem nepalischen Kayaker, konnten wir einen Platz am Boden eines Busses ergattern. Nach 250km und neun Stunden Fahrt  kamen wir in Pokhara an.
Pokhara ist etwas leiser und nicht so hektisch wie Kathmadu.  Unser Besuch in Pokhara ist eher kurz , am naechsten Tag geht es gleich weiter zu unsrer ersten Mission, dem Trekking. Unser Plan ist es, den wohl bekannten und als schoensten Trek beschriebenen Annapurna Circuit zu machen. Wir werden die Annapurnagruppe umrunden. Wir haben uns 12 Tage eingeraeumt, wieviele Kilometer und Hoehenmeter wir zuruecklegen, steht in den Sternen.

Nach einer strapazioesen und anstrengenden Anfahrt, einer kurzen Nacht, starteten wir in Syangne. Schon am ersten Tag waren wir fasziniert von der Wanderung durch saftiges Gruen begleitet vom reißenden Marsyangdi, der am Tilichosee, dem hoechsten Gebirgssee der Welt, entspringt. Links und rechts stuerzten jede Menge Wasserfaelle dem Talboden entgegen und  zauberten  prachtvolle Regenboegen in die blaue Luft. Die Ungewissheit ist auch mit von der Partie. Wir wissen nicht, wie es uns ergehen wird: Werden wir nach dem ersten Tag schon schlapp machen? Sind wir richtig ausgeruestet? Gehen wir zu schnell oder zu langsam? Wieviele Stunden sollen wir an einem Tag gehen? 
 Nach einem achtstuendigen Marsch schlugen wir unser Lager in Karte auf. Im Nachhinein war dieser Ort ein ganz spezieller, denn hier konnten wir die letzte heiße Dusche genießen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir das Gott sei Dank noch nicht. Auf dem restlichen Trek wurde uns ein Kuebel mit heissem Wasser gereicht. Diese Loesung einer warmen Dusche ist prinzibiell nicht so schlecht, der einzige Haken dabei ist, dass die Kuebel extreme klein sind und sich nur eine Katzenwaesche  ausgeht. 
Am zweiten Tag unseres Treks wanderten wir bis nach Chame. Chame ist ein relativ großes Dorf mit einem sensationellem HOT TAP. Dieser befindet sich direkt am Fluss, so konnte man sich im HOT TAP aufheizen und dann im kalten Fluss abkuehlen. Die Szenerie im allgemeinen war atemberaubend. Das hoechste Gebirge der Welt ragt mit weissen Spitzen dem Himmel entgegen und die saubere Luft fuellt die Lungenfluegel mit Sauerstoff: “Wir sind am Leben!”. Nach diesem erholsamen Abend konnten wir am naechsten Morgen den Weg nach Upper Pisang folgen. Die Gedanken sind frei, wir bewegen uns vorwaerts. Es ist faszinierend mit jedem Schritt, den wir machen, veraendern sich die Berge. Die Schatten zeichnen  mit dem Verlauf der Sonne andere Strukturen in das Massiv. Die Wolken ziehen ueber die Bergspitzen hinweg. Der Tag war schnell vergangen. Der vierte Sonnenaufgang gewaehrte uns einen wolkenlosen Blick auf den 7 937m hohen Annapurna 2. Nach einem ergiebigen Fruehstueck konnten wir, in unseren Augen, eine der schoensten Etappen bewaeltigen. 
Wir wandelten durch einen herbstfarbenen Wald, mehrere Seen und eine vielfaeltige Flora erfreute unsere Sinne. Zugleich führte unser Weg immer weiter nach oben und die Luft wurde immer duenner. Wir merkten dies speziell bei steilen Anstiegen. Ein schneller Schritt wie am ersten Tag war nicht mehr moeglich. Sobald  wir das Tempo erhoehten, wurde uns die Luft knapp. Wir ließen den Tag in Nawal ausklingen. Am Mittag des folgenden Tages erreichten wir Manang. Manang ist das groesste Dorf an unserem Weg. 
Es dient den Trekkern als Akklimatisierungsort. Die meisten Wanderer verbringen einen Tag und eine Nacht in diesem Dorf, um sich an die Hoehe zu gewoehnen. Da uns unsere Route noch zum Tlichosee fuehren sollte und Manang voellig ueberlaufen war, beschlossen wir, nach Kanghsar  aufzubrechen. Der Tilichosee liegt nicht am Weg des Annapurna Ciruit. Drei Tage nahm die Abweichung auf den Sidetrek in Anspruch; drei wundervolle Tage unseres Lebens. Die enorm hohen Gletschermoraenen gaben uns das Gefuehl, am Mond zu sein. 
Es war fantastisch zu sehen, wie der Verlauf der Zeit die Erdoberflaeche formen kann. Der Pfad war nicht ganz ungefaehrlich. Das lose Gestein unter den Fueßen ließ uns manchmal die Balance verlieren, ein Sturz wuerde in tiefen Tiefen enden. Die Nacht im Tilicho-Basecamp war kalt und eine Maus aß unsere ach so kostbaren Nussen. Der kommende Tag sollte uns zum hoechsten Gebirgssee der Welt fuehren. Der Weg war hart fuer mich. Nach der Haelfte des Weges, auf ca. 4500m, fing mein Kopf an zu schmerzen. Die Kopfschmerzen kamen vom niedriegen Luftdruck, der in dieser Hoehe herrscht.  Am See, auf 5000m, angekommen, waren all die Strapazen vergessen. Der Anblick war einzigartig. Der See ist dunkelblau, auf der linken Seite stuerzt ein Gletscher ins Wasser und rechts ist karges steiniges Gebierge zu sehen. Die Landschaft sieht friedlich und tot aus.  Nach einer halben Stunde traten wir den Rueckweg zum Annapurna Circuit an. Auf dem halben Weg nach unten ließen die Kopfschmerzen etwas nach und am naechsten Morgen waren sie verschwunden.
Auf dem Weg nach Yak Kharka konnten wir einen einzigartigen Blick ueber das Tal, welches der Marsyangdi gegraben hat, genießen. Die Luft war so klar, dass wir unsere Gehroute an Hand markanter Punkte, fuenf Tage zuruekverfolgen konnten. Nach einer erholsamen und waermeren Nacht in Yak Kharka beschlossen wir, direkt ins Thorung La High Camp vorzustoßen. So wuerden wir die Passueberquerung fuer eineinhalb Stunden abkuerzen. Der Weg bis nach Thorung Pedi war uns sehr leicht gefallen, denn nach drei Tagen Akklimatiesierung am Tilicho Trek waren wir schon gut an die duenne Luft gewoehnt. Der Weg von Thorung Pedi zum High Camp war mir nicht so leicht gefallen wie meiner Frau.  Mein Kopf schmerzte deutlich mehr als beim Aufstieg zum Tilichosee. 
Im High Camp (4833m) angekommen konnten wir eines der letzten Zimmer ergattern. Einige Trekker mussten im Eßzimmer des High Camps schlafen. Die folgende Nacht war ein Horror fuer uns. Wir konnten fast kein Auge zutun. Sobald wir in den Schlaf gefallen waren, wachten wir mit Atemnot und einem Gefuehl des Erstickens auf. Die Luft war so duenn, dass unsere Koerper im Schlaf nicht genuegend Sauerstoff aufnehmen konnten. Hinzu kamen meine anhaltenden Kopfschmerzen, welche nicht und nicht besser wurden. Um drei Uhr in der Frueh sahen wir uns beide im Bett liegend an und entschieden, sofort ueber den Pass zu gehen. Uns war eine klare Vollmondnacht geschenkt. Also packten wir unsere Sachen und maschierten im Licht des Mondes dem hoechsten Pass der Welt entgegen. 
Es war windstill, wenn wir eine Pause einlegten, um etwas zu verschnaufen ,war es STILL. Man hoerte NICHTS. Je hoeher wir stiegen, desto schlimmer wurden meine Kopfschmerzen. Ich wusste um ihre Usache, deshalb maschierte ich weiter, denn ich wusste auch, dass es auf der anderen Seite wieder nach unten ginge. Den Thorung La Pass (5416m) erreichten wir direkt bei Sonnenaufgang. Es war ein gutes Gefuehl ,waermende Sonnenstrahlen auf der Haut zu spueren und das gefrorene Wasser in unseren Wasserflaschen konnte sich wieder in  den fluessigen Agregatzustand zurueckverwandeln. Nach einem kurzen Fotoshoot gingen wir den Abstieg an. 
Die 1 500 Hoehenmeter nach Muktinath waren kein Hochgenuss fuer die Fueße, doch meinem Kopf taten sie gut. Als wir in Muktinath ankamen, wurden wir beinahe von der Zivilisation erschlagen. Komisch, wieder Laeden mit Lebensmitteln zu finden, auf Autos acht zu geben und normale nepalische Preise fuer eine Mahlzeit zu bezahlen, denn auf dem Trek stiegen die Preise für Essen und Trinken mit der Heohe.
Nun war eine schwere Entscheidung zu treffen. Sollen wir mit dem Jeep nach Jomson fahren oder sollen wir gehen. Nach kurzem Ueberlegen entschieden wir uns fuer den Jeep. Der Gehweg waere ohnehin mit der befahrenen Straße identisch und der starke Wind, welcher dem Kaligandaki heraufblies, wirbelte viel Staub auf, was  das Gehen erschweren wuerde. Nach beinahe zwei Wochen auf den Beinen, waren wir das Wandern gewoehnt. Als wir im Jeep  saßen, realisierten wir, dass das Gehen ein Ende hatte. Erst allmählich und zögernd wolten wir uns wieder vorstellen, Transportmittel in Anspruch  zu nehmen. 
Wir sannen ueber die vergangen Tage nach und ließen die Erlebnisse neu aufleben. Waehrend wir ueber das Erlebte sprachen, kamen wir ganz klar zu dem Schluss, dass der Annapurna Circuit ohne den Abstecher zum  Tilichosee nur halb so aufregend gewesen waere. Wir koennen jedem und jeder nur empfehlen, diesen Trek zu machen und bedanken uns sehr herzlich bei SALEWA fuer die Unterstuetzung, ohne die qualitativ hochwertigen Ausruestung haetten wir den Trek wohl nicht so genießen koennen.

Freitag, 29. Juli 2011

Was das Jahr so bringt?!

Team Brazil

Sveta bei der Raftausbildung
Das Frühjahr und der Winter  sind vorüber, der Sommer lässt manchmal mit aller Kraft die Sonne auf uns herab brennen. Das Jahr geht weiter und hat schon einige Erlebnisse mit sich gebracht. Im April, zu Saisonauftakt, musste ich gleich mal eine Schulterverletzung verkraften, die ich mir zur Saisoneröffnung in Lofer zugezogen hatte (nicht beim Bootfahren). Die Verletzung hat mich ganze fünf Wochen an das Flussufer verbannt. Es war für mich das erste Mal, dass ich wegen einer Verletzung nicht paddeln konnte. Es war eine Qual. Jedoch waren die Wasserstände durch den mangelnden Niederschlag im Winter nicht die besten, aber die drei bis vier Tage mit perfekten Pegeln haben schon gereicht, um Unruhe in mir zu erwecken. Ende Mai absolvierte Svetlana ihr Raftexamen in Wildalpen. Wie es der Zufall wollte war zur gleichen Zeit ein EURO-RAFTING-CUP. Da in einem brasilianischen Team zwei Teammitglieder fehlten konnten Bernard Ochaya (mehrfacher österreichischer Meister) und ich die Lücken füllen. Die war zugleich die  Härteprüfung für meine Schulter (ein zwicken hier und ein zwicken da, aber es ging)

Zum Glück war die Schulter zu Beginn von unserem Italienurlaub ausgeheilt. Es ging wiedermal zu den Teva-Games in Ivrea. Jedoch hatten wir dieses Jahr jede Menge Zeit mitgebracht. Der Plan war, zehn Tage lang zu paddeln, was das Zeug hält. Wir sind in die Aostaregion gefahren und haben uns die Paddlerhörner abgestoßen. Im Chiusellatal angekommen, trafen wir uns mit Daniel Herzig, Reiner Glanz, Robert Machacek und Lukas Seitner.
Nationalpark Gand Paradiso
Es regnete, der Pegel der Chiusella war „on the high side of good“.  Nach einer kurzen Lagebesprechung entschieden wir uns für eine Befahrung. Es war zugleich die Jungfernfahrt von meinem neuen Boot; den RIOT „Magnum“. In den ersten Katarakten spürten wir schon, dass die Chiusella kräftiger war als in den letzten Jahren. Wir arbeiteten uns von einer wuchtigen zur nächsten wuchtigeren Stelle vor. Die Schwierigkeiten waren definitiv um einen Grad schwerer als bei einem normalen Wasserstand. Nach harter Arbeit sind wir an der „King oft he Falls“-Sektion angekommen und konnten den hohen Wasserfall mit einer weichen Landung genießen. Jedoch parkte sich Daniel an der nächsten Stelle mit seinem Boot in ein Kehrwasser ohne Ausgang, wir mussten ihn über eine Felsklippe raus seilen. Nach der Bergeaktion war das Adrenalinkontingent aufgebraucht und ein sehr starkes Gewitter hatte begonnen. Wir beschlossen die Fahrt abzubrechen und am nächsten Tag fortzusetzen. Nach einer verregneten Nacht ist der Pegel der Chiusella um nochmal 30cm gestiegen und machte ein Fortsetzen unsrer Fahrt unmöglich. Wir holten unsere Boote, welche wir am Vortag am Flussufer liegen gelassen hatten, und fuhren in den Süden der Region und hofften auf fahrbare Wasserstände. Die Fahrt endete bei der Germanasca.
Die Germanasca hatte einen hohen jedoch fairen Pegel. Wir konnten die gesamte Strecke von der Straße aus besichtigen. Der Bach war teilweise verholzt und die Kehrwasser mussten sorgfältig gewählt werden. Nach einer kleinen Jause ging es aufs Wasser. Auch hier wurde uns noch in den ersten Katarakten klar, dass der kleine Bach ganz schöne Kraft entwickeln kann. Es war ein Traum, das Wildwasser war anspruchsvoll jedoch fair. Die Balance zwischen Anspannung und Entspannung war genau richtig und das neue Boot ist einfach ein Traum. Man kann es präzise fahren, booft jede Stufe und fährt durch oder über jede Walze. Ich kann mich voll und ganz darauf verlassen. Nach der Traumfahrt schlagen wir unsere Lager an der Soana auf. Jedoch war durch den anhaltenden Regen der Pegel viel zu hoch für eine Befahrung.

Wir suchten Bäche, die sonst zu wenig Wasser haben. Unsere Suche endete beim Orco. Der Orco wird normalerweise komplett abgeleitet und bietet nur nach extremen Niederschlägen fahrbares Wildwasser. Wenn er sein trockenes Flussbett mit Wasser füllen kann, ist er auf jeden Fall ein Bombenrun. Das Flussbett aus Bouldergestein bildete eine perfekte Spielwiese im WW4+. Wir konnten zwei Tage wundervolle Tage am Orco und im Nationalpark „Gran Paradiso“ verbringen.
Orco Boulderfun


Waterfallaction
after a sweet line

Die Pegel begannen wieder zu sinken. Jedoch standen jetzt die Teva-Extreme-Outdoorgames auf dem Programm und wir mussten zurück zur Chiusella. Zurück im Valle di Chiusella zeigte sich der Fluss wieder freundlicher und fahrbar. Wir stiegen sofort in unsere Boote, um einige Trainingsruns zu machen. Am Donnerstag waren die Spiele eröffnet. Die Rennen waren schweißtreibend und geladen mit Spannung. Leider konnte für Österreich nur ein Team an den Start gehen, da im zweiten Team ein Teilnehmer ausgefallen war. Das Team Austria 1 besetzt mit Daniel Herzig, Reiner Glanz und David Krismayr konnte den 6ten Platz belegen. Auch Russland konnte ein Team mit Igor Woskoboinikov, Kiriu Rogatschow und Svetlana Krismayr ins Rennen schicken. Das Rennwochenende war anstrengend und die Besten haben gewonnen.

Team Russia
Sveta on the race-course
Sveta on the night-sprint

fight between the best
David at the last slide of the race-course
 Wieder in Österreich angekommen, waren die Paddlerherzen wieder gut trainiert und wollten mehr. Jedoch sind die Wasserstände in diesem Jahr nicht sehr rosig. Die Alternative heißt Berggehen. Mit den Fotos könnt ihr mit uns, gedanklich, die Bergluft schnuppern.








Dienstag, 15. März 2011

Marokko

Am 7. September war es soweit: Sveta und ich haben uns das „Ja-Wort“ gegeben. Für unsere Liebe war dies ein Schritt in Richtung Zukunft.
Einen Tag nach den Feierlichkeiten sind wir in den Flieger mit dem Ziel „Malaga“ gestiegen. Erst wollten wir mittels Autostopp nach Tarifa, damit wir anschließend mit der Fähre nach Marokko umsetzen könnten. Leider mussten wir nach fünf Stunden an der Autobahnauffahrt die Erfahrung machen, dass Autostoppen in Spanien nicht so einfach ist, wie gedacht. Aus dieser Situation heraus sind wir einfach auf den nächsten Bus, der Richtung Tarifa fuhr, aufgesprungen. 
Die erste Nacht unseres Honey-Moon-Trips verbrachten wir in einem eingestürzten Haus von Algeciras. Die Hafenstadt Tanger am nördlichsten Zipfel von Marokko haben wir am nächsten Abend erreicht.
Als wir Marokko betraten, wussten wir noch nichts über dieses Land. Die einzige Grundlage war eine Straßenkarte. Auf der Suche nach einer Wechselstube mussten wir gleich mal feststellen, dass Englisch fast niemand beherrscht. Aus diesem Grund hielten wir Ausschau nach Touristen, die uns Auskunft zum Land geben könnten. Zwei ältere Franzosen wurden zu unserem Informationsstand. Sie informierten uns über Währung, übliche Preise von Lebensmitteln und Essen in Restaurants und bemerkenswerte Feierlichkeiten wie das Fastenbrechen am Ende des Ramadan (Fastenmonat), nach dem Opferfest der höchste islamische Feiertag; Da dieses Fest der Fastenzeit ein Ende bereitet, wird es über drei Tage fröhlicher und festlicher begangen als das „große“ Opferfest am 10. Tag des Pilgerfahrtmonats. Die Straßen waren voll mit traditionell gekleideten Leuten, Ständen mit verschiedenen Attraktionen, exotischen Essensständen; einen Erlebnispark gab es auch.
Nachdem wir uns einige Dirham aus dem Geldautomaten geholt hatten, gönnten wir uns ein etwas fragwürdige Essen. Auf der Suche nach einer Herberge, folgten wir skeptisch einem einheimischen Mann, welcher unsere fragenden Blicke auf der Straße verstand. Er führte uns zu einer spartanischen Unterkunft. Nach einer erholsamen Nacht mussten wir entscheiden, wo uns die Reise noch hinführen sollte. 
Erst wollten wir den Weg nach Chefchaouen einschlagen; eine wunderschöne, in Blau gehaltene Bergstadt im Landesinneren. Auf Grund des Fastenbrechens waren sehr viele Gläubige nach Tanger gekommen, die wollten nun auch wieder nach Haus, deshalb waren alle Busse für diesen Tag schon ausgebucht. Diese Information zu bekommen, dauerte seine Stunden. Also schlugen wir eine andere Richtung ein. Wir beschlossen mit dem Zug über Asilah und der Hauptstadt Rabat nach Marakesch zu reisen. Im Zug eingestiegen realisierten wir, die Bahnhöfe waren mit keiner Ortsinformation ausgestattet, dass wir nicht wussten, wann wir für unseren ersten Halt „Asilah“ aussteigen müssten. Wir versuchten uns bei unserem marokkanischen Gegenüber mit dem Wort „Asilah“, Zugticket auf dem „Asilah“ stand und sehr ausschweifender Körpersprache zu informieren, wann die Station „Asilah“ den komme. Nach einer amüsanten halben Stunde konnte er unser Anliegen verstehen. Er lächelte und deutete gegen die Fahrtrichtung. In diesem Augenblick wurde uns klar, dass wir die Station schon verpaßt hatten. Wir beschlossen, einfach an der nächsten Haltestelle auszusteigen. Ganz nach dem Motto:“Mal schauen was kommt!“. Gelandet sind wir in Ksar, einer von Touristen vernachlässigten Stadt. Hier konnten wir die arabische Gastfreundschaft in vollen Zügen kennen lernen. Wir haben bei einer jungen Frau ein Hennatatoo bemerkt und fragten sie, wie sie dazu gekommen wäre. 
Wir wurden von ihr nach Hause eingeladen, damit sie  Sveta ein Hennatatoo machen kann. Wir wurden verpflegt mit Keksen, Tee und Kakteenfrüchten. Die Bemalung mit Henna dauerte ca. zwei Stunden. Als wir uns wieder auf den Weg zu einer Unterkunft machen und der Familie etwas für das Hennatatoo geben wollten, war diese schon fast beleidigt und bestand darauf, dass wir nicht bezahlen sollten und als Draufgabe bekam meine Frau noch ein Kleid geschenkt. In diesem Augenblick verstanden wir die Welt nicht mehr.
In unserer europäischen Kultur und Denkweise wäre so eine Haltung - bis auf wenige Ausnahmen - undenkbar. In diesem Sinne lehnten wir das Angebot der Familie, bei ihnen zu übernachten, dankbar ab, was auf Unverständnis und Skepsis stieß, das allerdings ein Familienmitglied nicht daran hinderte, uns zum Hotel zu begleiten. 
Bis zum heutigen Tag beschäftigt uns die kulturell unterschiedliche Auffassung von Gastfreundschaft und die Frage, ob der Tourismus in diesem Punkt nicht eher eine zerstörende zumindest verstörende Wirkung hat. Einerseits könnte der Tourismus Herz und Verstand für den Unterschied von Kulturen öffnen, andrerseits scheint er die Unterschiede zu Gunsten von weltweit sich gleichenden all-inklusiv-Angeboten gegen Bezahlung aufzuheben.
Den Aufenthalt in Ksar ließen wir am nächsten Tag mit einem Kurzbesuch am Meer ausklingen.
Die anschließende Zugfahrt nach Rabat konnten wir bei der richtigen Station beenden und somit die Geheimnisse der Hauptstadt erkunden. Am Abend erforschten wir gleich den riesigen Markt in der Medina. Er erstreckte sich über unzählige Gassen und Straßen. Wenn man nicht aufpaßte, dann hatte man sich schnell aus den Augen verloren. 
Nach einem Tag Aufenthalt in Rabat führten wir unsere Reise nach Marakesch fort. 
Zum Glück konnten wir in diesem überfüllten Zug einen Sitzplatz bekommen. Trotz überfüllten Zügen ist das Reisen im Zug ein wahrer Genuss im Vergleich zum Bus. Die Wagons sind echt modern. Andere Backbacker, die wir im Zug kennen gelernt hatten, mussten die siebenstündige Zugfahrt im Stehen verbringen. Marakesch ist eine sehr belebte Stadt. Sie diente früher den Kameltreibern als ersten Aufenthaltsort nach einer Wüstendurchquerung. Der  zentrale Marktplatz (Djemaa el Fna) bot mit den Schlangenbeschwörern, Tänzern , Vorlesern, Gauklern und Musikern Unterhaltung an. Dieses wilde Treiben zog uns auch heute noch in den Bann, zauberte uns eine andere Welt.
 







Nach jeder menge Orangensaft und einigen Taschins, ging unsere Reise weiter in die Wüste. Sie verlief quer durch das Atlasgebirge. 
Auf dieser Fahrt bestaunten wir verschiedene Sehenswürdigkeiten wie Oasen, die marokkanische Filmstadt und das Tal der Rosen. In einem kleinen Dorf, dessen Namen wir wegen seines fremden Klangs vergessen haben, haben wir uns von einem Teppichhändler in ein Gespräch verwickeln lassen. Nach jeder Menge Tee und Informationen zur Herstellung von Teppichen wurde mir ein Tauschhandel für meine Frau (Frau gegen Teppich) angeboten. 
Ich schlug das Angebot dankend ab, jedoch weiß ich jetzt, wie man Teppiche webt. 
Und dann lag sie vor uns: die Sahara, ockerfarbene Dünen im Spiel von Schatten und Licht, still und weit. Wir warteten in andächtiger Stille, bis alle Teilnehmer für den Wüstenexkurs eingetroffen waren. Bei Sonnenuntergang ritten wir auf Kamelen zu einem Lager der Tuareg, als es anfing zu REGNEN. Wir genossen die Abkühlung, das sanfte Rauschen, betrachteten das Muster, das die Tropfen in den Sand schrieben und alsbald das Farbenspiel der Sonne in den Pfützen, die schnell aufgetrocknet waren. 
Es entstand ein wunderbarer Regenbogen. Im Lager angekommen, wurden wir herrlich bekocht. Auch für Abendunterhaltung war gesorgt → ein Sandsturm. Da die Zelte nicht winddicht waren, war das Schlafen nicht gerade eine Wonne. Wir versuchten unsere Gesichter mit Decken zu schützen, jedoch der Sand hatte sich in Nase, Augen, Haare, Mund eigentlich überall hinein verkrochen, was das Praktische der Bekleidung der Wüstenbewohner/innen erklärt.
Der Ritt zurück in das Basislager erwies sich nicht mehr ganz so fein wie der Ritt in die Wüste. Der einstündige Kamelwanderung vom Vortag hatte seine Spuren hinterlassen. Die Vorstellung die gesamte Wüste (4500km) zu durchqueren, bereitet uns, selbst in der Heißen Wüste, eine schöne Gänsehaut. Auch nie zu wissen wann man die Wasserflasche oder den Essensvorrat nachfüllen kann.
Der Aufenthalt in der Wüste war ein Erlebnis für sich. Wir konnten sehr viel Sand auf einem Haufen sehen, es war faszinierend. 
Am nächsten Morgen ging es wieder zurück nach Marakesch und gleich weiter nach Essaouira. In Essaouira konnten wir noch einige schöne Tage am Meer verbringen. Diese gestalteten wir mit Frisbee spielen, Laufen und Fisch essen. Nach einem kleinen Abstecher in Casablanca, flogen wir zurück nach Malaga. Im Großen und Ganzen war Marokko für uns ein wunderbares Erlebnis. Am meisten faszinierte uns die Kunst der Preiskalkulation.
Man sollte teilweise sehr aufpassen, was man bezahlt, die Preise sollten immer vorher ausgemacht werden, egal was man konsumiert, denkt der Europäer.  Wenn du dir nicht sicher bist, wie viel etwas Wert ist, frag einfach einen Unabhängigen auf der Straße. 
In Küstennähe können wir Fisch, Calamaree, Hai oder andere Meeresfrüchte sehr empfehlen.  Wenn man diese Speisen jedoch in einem Restaurant sucht, wird man nur schwer fündig. Man sollte sich diese Ware am Fischmarkt besorgen und sich in einem Restaurant zubereiten lassen.  Falls du jetzt einen Geschmack auf Marokko bekommen hast. Solltest du hin.  





Im Hafen von Essaouira
 Glück findet man nur zu zweit